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Mückenplagen vermeiden

29. August 2024 | Naturnahe Gärten, Klimawandel, Lebensräume, Naturschutz

Naturnahe Gärten in der Stadt können wahre Hotspots der Artenvielfalt sein und werden als Lebensräume immer wichtiger. Leider auch für Tiere, die für unsere Gesundheit eine Gefahr darstellen können: Die asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) zum Beispiel.

Stechmücke auf einer Pflanze  (Katja Schulz / Flickr)

Naturnahe Gärten in der Stadt können wahre Hotspots der Artenvielfalt sein und werden als Lebensräume immer wichtiger. Leider auch für Tiere, die für unsere Gesundheit eine Gefahr darstellen können: Die asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) zum Beispiel. Sie weiß die Kombination aus schattenspendenden Büschen als Rückzugsort, Wasserstellen zur Eiablage und den Menschen als Nahrungsquelle zu schätzen. Noch ist die Tigermücke im Alb-Donau-Kreis und Landkreis Biberach nicht angekommen[1], aber auch unsere einheimischen Mücken, von denen es immerhin 50 Arten gibt, können zumindest sehr unangenehm werden. Gerade Sommer, die gleichermaßen warm wie nass sind, bieten ideale Bedingungen für Stechmücken. Denn das haben unsere heimischen Mücken mit der asiatischen Tigermücke gemein: Sie benötigen für die Entwicklung ihrer Larven stehendes Wasser.

Die gute Nachricht: An dieser Stelle können wir gut ansetzen, ohne in unserem Garten alle schattenspenden Bäume und Büsche zu fällen und ihn anschließend in eine lebensfeindliche Geröllwüste zu verwandeln. Und ohne die Giftkeule auspacken zu müssen.

Der Trick besteht darin, Brutplätze, in die Mücken ihre Eier legen könnten, zu vermeiden. Dafür müssen wir nicht auf unsere Regentonne als Gießwasserreservoir verzichten und auch nicht auf die bei badewütigen Spatzen wie durstigen Insekten gleichermaßen beliebte Vogeltränke.

Mückenlarven brauchen zur Entwicklung vom Ei zum fertigen Insekt je nach Art und Witterungsbedingungen nur wenige Wochen. Manchmal reichen schon zehn Tage, bei der asiatischen Tigermücke sind es lediglich fünf Tage. Und da oft kleinste Wassermengen ausreichen, sollte speziell auf diese „Kleinstbiotope“ geachtet werden, zum Beispiel

  • Untersetzer von Pflanzkübeln und -töpfen
  • Eimer und Gießkannen
  • Blumenvasen
  • Verstopfte Regenrinnen
  • Bambusstümpfe
  • Gartendekorationen, die Vertiefungen aufweisen
  • Astlöcher und größere Blattachseln von Pflanzen
  • der Aschenbecher in der Raucherecke
  • das vergessene Sandelförmchen im Sandkasten
  • wie auch alle anderen Gegenstände im Garten, die dem Regen ausgesetzt sind und Wasserreservoirs bieten können

Diese unbeabsichtigten Brutstätten sollten täglich kontrolliert und gegebenenfalls geleert werden. Wer regelmäßig die Runde durch den Garten macht, wird selbst schnell wissen, wo sie zu finden sind. Das Wasser in der Vogeltränke sollte täglich gewechselt werden, auch um Keime zu vermeiden. Regentonnen und Zisternen sollten mückensicher abgedeckt werden.

Gartenteiche stellen das geringere Problem dar, vor allem, wenn sie von Teichmolchen, Libellen, Wasserläufern und anderen mückenfressenden Bewohnern bevölkert werden. Bei Fischbesatz ist darauf zu achten, dass sie nicht die anderen Teichbewohner, die sich auf natürlichem Weg einfinden, auffressen – im Zweifelsfall lieber darauf verzichten.

Und wer dafür sorgt, dass sich im eigenen Garten möglichst viele Vögel oder auch Fledermäuse wohlfühlen, schafft die Grundlage dafür, dass es Tiere gibt, zu deren Leibspeise Mücken zählen.

Übrigens: Wer sich an der deutschlandweiten Kartierung von Mücken beteiligen will, kann unter  https://mueckenatlas.com/mueckenjaeger-werden/ erfahren, wie das geht.

 


[1] Landesgesundheitsamt Stuttgart, Stand 12.8.2024

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