Es gibt eine ganze Reihe von Gründen, die gegen die Verwendung von Holzasche als Dünger sprechen:
- Holzasche ist der mineralische Anteil des Holzes, der übrig bleibt, nachdem der organische Kohlenstoffanteil verbrannt ist. Der größte Teil besteht aus Calciumoxid. Das gibt der Holzasche einen sehr hohen pH-Wert von 11 bis 13, das heißt, Holzasche ist stark basisch. Nur wenige Pflanzen vertragen das. Zum Vergleich: Gartenerde hat einen pH-Wert von 6,5 bis 7,5, ist also neutral bis leicht sauer.
- Zudem enthält Holzasche eine unbekannte Menge an Schwermetallen, die den Boden belasten und dort nicht abgebaut werden. Umso schlimmer, wenn auf diesem Boden anschließend Obst und Gemüse angebaut und geerntet werden. Dann landen ebendiese Schwermetalle in der Nahrung.
- Der Schwermetallanteil hängt stark von der Herkunft des Holzes ab: Behandeltes Holz ist in jedem Fall schwerer belastet, aber auch unbehandeltes Holz kann einen hohen Schwermetallanteil haben, wenn beispielsweise die Bäume in Industrienähe oder an einer stark befahrenen Straße wuchsen. Oft weiß man nicht, woher das Holz für den Holzofen stammt, kauft also die Katze im Sack. Auch das FSC- oder PEFC-Siegel geben keinen Hinweis darauf.
- Die Herkunft von Grillkohle lässt sich noch weniger nachvollziehen und ist daher noch weniger als Dünger geeignet – auch wegen der häufigen Fettrückstände in der Asche.
- Auch im Kompost löst sich das Schwermetallproblem nicht, ebenso wenig die pH-Wert-Problematik. Asche darf allenfalls schichtweise in sehr geringen Mengen dem Kompost zugesetzt werden, um seine gute Düngerwirkung nicht zunichte zu machen.
Alles in allem ist Holzasche wenig geeignet als Dünger verwendet zu werden. Wer trotz all dieser Nachteile nicht darauf verzichten will, Holzasche als Gartendünger zu verwenden, sollte wenigstens folgende Regeln beachten:
- Ausschließlich Asche von unbehandeltem Holz, deren Herkunft man genau kennt, verwenden.
- Niemals die Asche von Grillkohle verwenden
- Nur in geringen Mengen ausbringen: Max. 100 ml pro m² und Jahr.
- Nicht in den Kompost geben.
- Nur im Ziergarten verwenden und nur bei Pflanzen, die den hohen pH-Wert vertragen.
- Am besten nur auf tonigen oder lehmigen Böden verwenden, die puffern den hohen pH-Wert am besten.
- Wer ganz sicher sein, will kann auch die eigene Holzasche im Labor auf Schwermetalle testen lassen. Das ist allerdings sehr teuer und lohnt sich allenfalls, wenn man viel „sortenreine“ Holzasche hat. Die Asche über den Hausmüll entsorgen, ist kostengünstiger.
Summa summarum kann man also sagen: Holzasche gehört in den Hausmüll und nicht in den Garten. Und wenn es viel zu viel ist? Holzasche lässt sich reduzieren, in dem man im Sommer weniger grillt und im Winter weniger heizt. Wer im Winter nicht im T-Shirt sondern im warmen Pullover in der Wohnung sitzt, muss auch weniger Holz verheizen.
Und dass es auch keine Alternative ist, Holzasche ganz kostenfrei im Wald oder auf dem nächsten Acker zu entsorgen, sollte hoffentlich von vornherein klar sein.