Umweltrisiko Fracking

Erdgas ist ein nicht erneuerbarer Energieträger, dessen Quellen in absehbarere Zeit versiegen werden. Deshalb rücken auch schwer zugängliche Gasvorkommen, beispielsweise im Schiefergestein, in den Blick internationaler Konzerne. Im Gegensatz zu den konventionellen Lagerstätten, muss beim Fracking zunächst das Gestein aufgebrochen werden, damit das darin eingeschlossene Gas ausströmen kann. Dabei werden Wasser, Sand und Chemikalien unter hohem Druck in tiefliegende Gesteinsschichten gepresst, um das Gas zu fördern. Die eingesetzten Chemikalien können zu einer Verunreinigung des Trinkwassers führen, die Bohrungen können Erdbeben auslösen und die Entsorgung des verunreinigten Abwassers stellt oftmals eine unüberwindbare Hürde dar.

Bei den einzelnen Bohrungen (Fracks) werden mit hohem Energieaufwand und einem Druck von über 1.000 bar bis zu 5.000 Kubikmeter Wasser und mehr als 200 verschiedene Chemikalien (unter anderem Salzsäure, Bor, Korrosionsschutzzmittel, giftiges Blei, Quecksilber, radioaktive Stoffe und krebserregende Benzole) unter die Erde gepresst.

Wo in Deutschland soll Fracking stattfinden?
Neben Nordrhein-Westfalen, Niedersacchsen und Thüringen sollen auch im nördlichen Bodenseegebiet Probebohrungen stattfinden.

Gefahren beim Fracking:
- Verunreinigung des Trinkwassers durch giftige Chemikalien
- Bohrungen können Erdbeben auslösen
- Fragliche Entsorgung der giftigen Abwässer und des kontaminierten Abraums
- Zwischenlagerung der giftige Abfälle in Oberflächenbecken, dadurch Gefahr, dass die Schadstoffe in die Umwelt gelangen.
- hoher Flächenverbrauch der Bohrplätze (ca. 1- 2 ha pro Bohrplatz)
- Lärmbelastung durch die Bohranlagen
- Erhöhtes Verkehrsaufkommen durch LKW‘s, zum Teil mit giftigen Chemikalien beladen.

Rechtliche Situation:
Die Erdgasförderung unterliegt dem Bundesberggesetz. Bei den Prüfverfahren sind die zuständigen Behörden vor Ort beteiligt, aber es ist keine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig. Deshalb werden weder die Öffentlichkeit, noch Umweltverbände oder Eigentümer miteinbezogen.

In Europa haben die Regierungen von Frankreich und Bulgarien Fracking inzwischen verboten. Der BUND fordert von der Bundesregierung, es diesen Regierungen gleichzutun und ein generelles Frackingverbot auszusprechen.

Mehr zum Thema Fracking erfahren Sie auf der Internetseite des BUND-Landesverbands Baden-Württemberg.



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