Vögel füttern ohne Ambrosia einzuschleppen

Schnee und Eis wecken in vielen Menschen Mitleid mit den Vögeln, die bei uns überwintern. Fütterungen sind aber nicht immer hilfreich. Der starke Rückgang vieler Vogelarten ist vor allem auf die Vernichtung oder drastische Verschlechterung ihrer Lebensräume zurückzuführen. Vogelarten, die ernsthaft in ihrem Bestand bedroht sind, profitieren vom Futterangebot meist genauso wenig wie die Zugvögel, die in den Süden ziehen und im Frühjahr mit den gut versorgten Stehvögeln um Brutplätze konkurrieren müssen. An Futterstellen können Vögel allerdings besonders gut beobachtet werden und bieten somit eine wichtige Kontaktmöglichkeit mit der Natur, vor allem für Kinder.

Gefüttert werden sollte aber nur, wenn folgende Kriterien erfüllt sind:

• Nur bei geschlossener Schneedecke, bei Vereisung und Dauerfrost (unter minus fünf Grad Celsius) füttern.

• Maßvoll und regelmäßig füttern am besten früh morgens und am späten Nachmittag.

• Futter vor Nässe schützen und das Futterhäuschen täglich reinigen.

• Fütterhäuschen vor Katzen schützen (nicht in der Nähe von Gebüschen aufstellen). In einigen Metern Entfernung sind Büsche als Deckung vor Greifvogelangriffen jedoch erwünscht.

• Wenn Krankheiten auftreten (aufgeplusterte Vögel sitzen herum und sterben nach ein bis zwei Tagen) muss die Fütterung sofort eingestellt werden und die Futterstelle desinfiziert werden. Frühestens nach zehn Tagen wieder mit der Fütterung beginnen.

• Für Körnerfresser eignen sich Hanf- oder Sonnenblumenkerne und andere Sämereien, für Weichfresser Weizen-Kleie-Gemische, Rosinen, Haferflocken und Nüsse mit Talg und Speiseöl vermengt.

• Niemals gesalzenes oder gewürztes Futter anbieten.

• Im Frühjahr die Fütterung unbedingt einstellen, die Fütterung der Jungvögel mit Sämereien kann zu deren Tod führen.

Im Handel erhältliches Vogelfutter ist inzwischen fast immer mit Ambrosia-Samen verunreinigt. Die aus Nordamerika eingeschleppte Pflanze hat ein hohes allergenes Potenzial - eine Pflanze entwickelt bis zu einer Milliarde Pollen. Deshalb sollte im Frühjahr die Umgebung der Futterstelle genau kontrolliert werden. Taucht Ambrosia auf, die Pflanze noch vor der Blüte, bis Anfang Juli, ausreißen (dabei Handschuhe tragen) und über den Kompost entsorgen.

Besser ist es natürliche Futterquellen für Vögel bereits im Herbst anzulegen, in dem man nicht alle Beerensträucher schneidet und einen Teil der Früchte an den Pflanzen lässt. Wer Stauden nicht schneidet, bietet Insekten einen Ort zum Überwintern und sorgt somit für ausreichende Vogelnahrung. Unter Obstbäumen sollte man etwas Fallobst liegen lassen. Wenn man nun noch Laub und Reisig zu Haufen aufschüttet, dann finden Vögel genügend Nahrung, um auf natürliche Art und Weise über den Winter zu kommen.
Weitere Informationen erhalten Sie im bei uns im Umweltzentrum Ulm.

 

Stand: [14.11.2007]



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