Getrübter Badespaß: Lieber Baggersee statt Planschbecken

Die Temperaturen steigen und auch die Kleinen sehnen sich nach einer Abkühlung. Dabei sind ausrangierte Zinkbadewannen von Opa und Oma längst out, geplanscht wird im quitschbunten, aufblasbaren Babypool.

Die Zeitschrift Öko-Test untersucht Planschbecken bereits seit mehreren Jahren auf Schadstoffe und auch in diesem Jahr fiel das Ergebnis unerfreulich aus. In zwölf von zehn getesteten Produkten wurden gefährliche Weichmacher, auch Phtalate genannt, in erhöhter Konzentration gefunden. Auch Schwimmhilfen sind davon nicht verschont. Zwei Drittel der Schwimmflügel für Kleinkinder enthalten die hormonell wirksamen Weichmacher DEHP. Diese Chemikalie ist in Kinderspielzeug bereits verboten, da sie schon in winzigen Dosen eine schädliche Wirkung entfaltet.
Besonders tückisch: Die Giftstoffe lösen sich gerade bei Hitze vermehrt. Kinder, die am Beckenrand nuckeln oder einen Schluck Planschwasser trinken, nehmen die gesundheitsgefährdenden Stoffe direkt auf.

Einige Hersteller haben zwar die gefährlichen Weichmacher ersetzt, die Ersatzstoffe selbst sind jedoch noch nicht ausreichend auf ihre Unschädlichkeit hin getestet worden. Zudem haben die Eltern meist keine Möglichkeit zu erkennen, welche Stoffe im Plastikbecken ihrer Kinder stecken.

Deshalb rät der BUND Eltern davon ab ihre Kinder zur Abkühlung ins Planschbecken zu setzen. Bei der Verwendung von Schwimmflügeln sollten sie darauf achten, dass die Kinder nicht daran lecken.
Wenn es doch ausnahmsweise der heimische Minipool sein soll, gilt es diesen von Keimen frei zu halten. Diese können nämlich Bauchweh, Erbrechen oder Durchfall auslösen. Keime im Wasser werden am wirkungsvollsten an einer Massenvermehrung gehindert, wenn das Wasser spätestens alle zwei bis drei Tage ausgetauscht wird.

Die gute Nachricht ist, dass alle ausgewiesenen Badegewässer im Alb-Donau-Kreis von der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) als „zum Baden gut geeignet“ bewertet werden. Wie wäre es also mit einem Ausflug zum nächsten Badesee?

Weitere Informationen erhalten Sie bei uns im Umweltzentrum Ulm.

 

Stand: [19.07.2006]



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