Igel im Garten – Schutz und Hilfe für eine gefährdete Tierart

Wenn die kalte Jahreszeit beginnt, entdecken viele Menschen ihr Herz für unsere Wildtiere. Vögel werden gefüttert und im November aufgefundene Igel sollen zuhause sicher überwintern. Dabei sind gesunde Igel absolut „winterfest“.

Nicht jeder Igel, den man nach Wintereinbruch findet, braucht den Beistand des Menschen. Nur folgende Igel benötigen dringende Hilfe:

- Untergewichtige Igel: Junge Igel, die im November weniger als 500 Gramm wiegen (normal sind 800 bis 1500 Gramm) oder stark abgemagerte Tiere, erkennbar an einer deutlichen Einbuchtung hinter dem Kopf und herausstehenden Hüftknochen.
- Kranke Igel: Igel die tagsüber außerhalb ihres Bau's apathisch oder unsicher herumlaufen, ohne sich bei Berühunrg einzurollen.
- Verletzte Igel: Igel die in Löchern oder Schächten gefangen sind, brauchen sofortige und sachkundige Hilfe von einem Tierarzt oder einer Igeleinrichtung.

Gezielte Hilfeleistungen an Igeln beginnen mit einem Pflegeprotokoll:

- Funddatum, - uhrzeit, -gewicht und genaue Fundstelle notieren.
- Den Igel auf Verletzungen untersuchen und ggf. zum Tierarzt bringen.
- Parasiten entfernen: Eier von Fliegen, Zecken und Maden sollte man am besten mit einer Pinzette entfernen. Flöhe mit einem Spray aus der Zoohandlung abtöten.
- Wärmen bei Unterkühlung: Ein Igel ist unterkühlt wenn sich sein Bauch deutlich kühler als die eigene Hand anfühlt. In diesem Fall eine mit einem Handtuch umwickelte lauwarme Wärmflasche in einen Karton legen und das Tier vorsichtig daraufsetzen.
- Füttern: Am besten eine kleine Schüssel mit Hunde- oder Katzenfutter oder Rührei (ohne Gewürze!) und eine Schüssel mit Wasser für den Igel bereitstellen. Ganz wichtig: Igeln nur Wasser geben, niemals Milch!

Immer weniger Igel finden einen geeigneten Ort für ihren Winterschlaf. Helfen Sie ihnen frühzeitig mit einem igelfreundlichen Garten. Dazu gehört:

- Im Herbst das Laub einfach mal liegen  lassen und zusammen mit etwas Reisig in einer Ecke des Gartens anhäufen.
- Kellerschächte und Gruben abdecken oder mit Ausstiegshilfen für Igel und andere Kleintiere versehen
- Unbedingt auf chemische Schnecken- und Insektenvernichter verzichten. Sonst vergiften Sie die Nahrung der Stacheltiere.
- Hunde nach der Dämmerung nicht unbeaufsichtigt in den Garten lassen, da sie die nachtaktiven Igel schwer verletzen können.

Weitere Informationen online unter: www.pro-igel.de oder www.igelverein.de, sowie in der BUND Broschüre „Igel im Garten“.

 

Stand: [16.11.2007]



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