Pflügen bis zur letzten Furche? Über die ökologische Bedeutung der Wegränder

Leider ist immer wieder zu beobachten, dass es an den Rändern von Äckern gar keine Randstreifen mehr gibt. Häufig werden Raine und Ränder entlang von Wegen weggepflügt, gedüngt und gespritzt oder abgebrannt.

Dabei besitzen gerade die Ackerrandstreifen in unserer ausgeräumten Kulturlandschaft, die durch zahlreiche Wege und Straßen zerschnitten ist, eine hohe ökologische Bedeutung. Durch den Randeffekt findet ein lebendiger Artenaustausch statt. Reptilien, Vögel, Säugetiere und Insekten finden hier Nahrung, Wohn- und Nistplätze sowie Deckung. Feldränder stellen u.a. auch Rückzugsgebiete dar, in die viele Tierarten bei Störungen durch Feldbestellung oder Grünlandbewirtschaftung der angrenzenden Flächen Schutz suchen.

Der BUND appeliert daher an unsere Landwirte, großzügige Ackerrandstreifen zu belassen und - wo immer möglich - neue zu schaffen. In Gemeinden, in denen eine Flurbereinigung stattgefunden hat, befinden sich Feldwege (mit in der Regel 3 m Breite) und die Randstreifen üblicherweise im Besitz der Gemeinde. Die meist 1 Meter breiten Streifen links und rechts des Weges dürfen dann sowieso nicht vom Landwirt mit bewirtschaftet werden.

Die Anwendung von Pestiziden sollte dort unbedingt unterbleiben, zumal das Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln auf nicht landwirtschaftlich genutzten Freilandflächen (dazu zählen auch Weg- und Ackerränder und Böschungen) gemäß § 6 Abs. 2 Pflanzenschutzgesetz gar nicht zulässig ist.

Nicht zuletzt beherbergen artenreiche Weg- und Feldraine eine Vielfalt an Nützlingen wie etwa Schlupfwespen, räuberische Laufkäfer, Spinnen und Spitzmäuse, die gerne helfen, Schädlinge auf den angrenzenden Feldflächen zu dezimieren. Diese freiwilligen Helfer sollte man nicht verprellen.

 

Stand: [29.01.09]



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